Außer Spesen nichts gewesen

Mageres Ergebnis in der Kategorie Funk.

Tja, lange Gesichter bis Achselzucken in der Funk-Jury. Ein mal Bronze, sechs mal Auszeichnung lautete das Urteil der Jury, nachdem an die 300 Exponate für sich plädiert hatten. Offensichtlich mit ganz schwachen Argumenten. Oder lag es vielleicht daran, dass der Juryvorsitz bei Beginn noch einmal eindringlich auf die ADC-Bewertungskriterien hinwies:

"Neuartig, originär und normbrechend!"
"Leicht erfassbar mit begreiflichen Inhalten!"
"Glaubhafte Produktargumente!"
"Handwerklich überzeugend und homogen!"
"Spaßmachend!"

Oh hau, o hau, o ha! Lots of stuff! Und das ist das Mindeste für eine Auszeichnung! Von Bronze, Silber und Gold mal abgesehen.

So gesehen ist die Bronzemedaille schon als Verzweifelungstat zu werten - die Funkserie von TV Spielfilm. Tolles Script (Jung von Matt / Alster), tolle Produktion (Hastings). Aber - ein Spielfilm-Trailer-Format! Eben nicht neuartig, originär oder gar normbrechend! Gab es im Radio schon diverse Male zu hören.

Anders dagegen der Spot für das Museumsinselfestival (Jung von Matt / Spree und Studio Funk Berlin). Eine handwerklich hervorragend gemachte Stimmenmutation über fünf Generationen - von kleiner Junge bis alter Mann. Leider nur Auszeichnung! Ebenso wie die Serie für SciFi Channel (Jung von Matt / Alster und Hastings) - auch irgendwie neu.

Was dann kam waren vier weitere Auszeichnungen und einige hundert Spots Marke "Mainstream". Handwerklich fast alle gut . Sowohl vom Script als auch von der Produktion. Aber eben nur gut.

Vielleicht lag es auch am knappen Geld. Da überlegt sich der Kunde genau, was drin sein soll in so einem Hörwerk. Telefonnummern, Internet-Adressen, Produktanalysen und ... wenig Raum für einen Radiokreativen.

Was bleibt sind die Spesen. Die waren spitze. Dauerte doch die eine oder andere Diskussion über bessere Radiowerbung bis tief in die Nacht.

Klaus Funk

ADC Jury-Vorsitzender
Kategorie Funk-Spots


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