Interview
mit Ralf Ternes, Leiter Studio Funk Casting Services
Hamburg.
Der Funkturm :
Ralf, wie lautet die häufigste Casting-Anfrage?
Ralf Ternes:
Jede Anfrage ist individuell und wird auch so bearbeitet.
Natürlich wiederholen sich die Wünsche nach
der Stimme, die neu und „unverbraucht“ ist,
womöglich noch nie on air war, aber dennoch mit
Charisma das Produkt zum Leben erweckt.
Kein Problem, wie die Trüffelschweine suchen wir
ständig im ganzen Land nach solchen Stimmen, und
wir finden sie auch.
Der Funkturm : Wie lange braucht man
denn für ein Casting oder
so ein bundesweites Trüffelschnüffeln ?
Ralf Ternes:
Darauf wollte ich gerade hinaus. Natürlich ist eine
Recherche nach einer individuellen Stimme zeitaufwändig.
Obwohl bei Studio Funk die Chance relativ hoch ist, dass
sich diese Stimme schon in unserem Archiv befindet. Bei
mittlerweile über 5000 archivierten und dokumentierten
Sprechern und dem stetigen Aktualisieren an 4 Standorten,
sind wir mit einer, wie ich glaube, unschlagbaren Auswahl
bestückt. Nicht zu vergessen, dass pro Sprecher
bis zu 30 verschiedene Audiotakes hinterlegt sind, um
den Kunden die Vielfalt der Sprecher auch hörbar
zu machen.
Mit Merkmalen wie „Stimmalter, Stimmfarbe, Schauspiel,
Off, Dialekte, Comicstimme und Fremdsprachen“ dokumentieren wir jede Stärke und auch jede Schwäche
der einzelnen Sprecher. Das bedeutet für uns eine
sehr intensive und aufwändige Archivpflege, für
den Kunden aber sehr viel zielgenauere Casting-Möglichkeiten.
Der Funkturm : Warum stellt Ihr Eure
Sprachproben nicht einfach ins Netz? Da hätte doch
jeder Kunde die volle Auswahl...
Ralf Ternes: ...und
wäre völlig überfordert. Die Quantität
ist hier auch nicht der ausschlaggebende Punkt. Unser
Service besteht darin, die für den jeweiligen Spot
besten Stimmen auszuwählen. Nicht zufällig
ist deshalb das produktbezogene Casting (auch Punktcasting
genannt)
eine unserer Spezialitäten. Dabei sprechen ausgewählte
Sprecher probeweise den Text, mit dem für ein Produkt
geworben werden soll. Die optimale Grundlage für
die Entscheidung des Kunden. Unser Service geht aber
noch
über die Sprachprobe hinaus. Wir kennen
die meisten
Sprecher
persönlich
und wissen, wer in welchen Spot passt und wer nicht.
Und das ist eben nicht nur eine Frage der Stimme.
Wir bieten z.B. ungern Sprecher an, die für ein
gleichwertiges Konkurrenzprodukt werben, um die Identifikation
der Stimme mit dem Produkt nicht zu gefährden. Auch
bei unserer etwas anderen Art, Funkspots zu produzieren,
z.B. „On Location“, bedarf es eines Schauspielers,
der dies gerne und motiviert mitmacht, was man natürlich
schon vorher wissen muss.
Der Funkturm : Da
setzt sich mit dem Briefing ja einiges in Gang...
Ralf Ternes: Unser Service setzt sogar
noch früher an: beim
PPC, dem Pre-Production-Call. Hier werden mit dem Producer
die Casting-Aktivitäten und mit den Kreativen die
Charaktere der Spots definiert. Und diesen kostenlosen
Service bieten wir sogar in den Agenturen selbst an.
Der Funkturm : Hausbesuche à la
Herr Kaiser?
Ralf
Ternes: Nein, Kundenbesuche à la Ternes.
Wir möchten
unser Know-how mitteilen und mehr beraten. Dazu haben
wir ein eigenes Casting-Büro bereitgestellt und
sind mobil in den Agenturen unterwegs oder mit den
Agenturen
beim Kunden - bewaffnet mit einem Laptop, auf dem alle
Sprachproben und Daten, wie auch im Studio, abrufbar
sind.
Der Funkturm : Das klingt nach einem
zeitintensiven Job.
Ralf Ternes: Das kann man wohl sagen!
Nicht ohne Grund haben wir unsere Casting-Services-Unit
mehr als 1 Jahr lang ausgebaut
und an allen Standorten personell erweitert. Tobias Bürger
leitet die Abteilung in Düsseldorf, Christian Beißwenger
in Frankfurt, und unter Oliver Klaass expandiert unser
Service in Berlin. So rekrutieren wir täglich und
bundesweit neue Sprecher. Und wenn wir ein neues Talent
entdeckt haben, ist die Stimme durch unser Netzwerk über
Nacht in allen Dependancen von Studio Funk abrufbar.
Der Funkturm : Na,
dann, frohes Casten.
Ralf Ternes: Danke auch, und schönen Take noch.