Das Wort „geil“ durftest du nur denken, für Sonntags gab es spezielle Klamotten und für gute Werber einmal im Jahr einen Nagel. Für Leute, die sich um Radiowerbung gekümmert haben, gab es Kopfschütteln.
Klar, jeder kannte Radio. Nachrichten, Wetter, Hörspiele, Schlagerparade und ab und zu ein bisschen Reklame. Die wiederum bestand meistens aus Abfallprodukten. Dem Soundtrack eines aufwendig produzierten TV Spots oder dem geistigen Erguss eines Texterlehrlings.
Und so gestalteten sich auch die Produktionssessions. Oft war der Umgang mit stark alkoholisierten Textern mindestens genau so schwierig, wie der mit der Dampfradiotechnik oder den eigenwilligen Sprechern... "...eigentlich spreche ich ja gar keine Werbung!". Auf den Texten, heute besser als Copy bekannt, war die Silbenzahl vermerkt. Diese Zahl mal Faktor X ergab dann die Länge des Spots, meistens 45 Sekunden!!!
Wenn dann wirklich etwas Außergewöhnliches dabei war, gab es auch schon mal ein goldenes Mikrofon. Per Post. Oder in der Quotenjury einen "Nagel".
Wie sich die Zeiten ändern!
Heute gibt es neben Nagel und Mikrofon auch den Ramses. Von Kennern mittlerweile als „Oscar der deutschen Radiowerbung“ bezeichnet, ist diese Trophäe nicht einfach nur ein Marketing-Gag.
In nur neun Jahren ist er zu einem kompetenten Instrument für die Erfassung von Art, Umfang und Qualität der Radiowerbung avanciert.
Über 400 Spots , eine hochkarätige Jury und eine Verleihungszeremonie, die andere Medien vor Neid erblassen lässt, geben dem Stiefkind endlich die verdiente Zuwendung .
Im Vorfeld der Kampf um die Tickets. Plötzlich finden auch "Arter" Radio schon immer geil. Kurzfristig Serverprobleme als in einer großen Kreativagentur eine nicht übertragbare Einladung feilgeboten wird.
Kein Wunder! Topleute aus der Kundenszene, Kreativchefs aus den Agenturen, Media Manager, Radiomacher, Produktioner und Presse geben die Dinger nicht mehr her. Sicherlich nicht nur wegen des glanzvollen Rahmens, des Galadinners, der Moderation durch Barbara Schöneberger oder Lionel Richie zum Anfassen ...sicherlich auch, weil Radio inzwischen "gesellschaftsfähig" ist.
Klaus Funk
managing director
Studio Funk GmbH & Co. KG