Die RAMSES Gala 2007

RAMSES 2007. Was gab's Neues? Um es kurz und knapp zu sagen: Die RMS hat sich wieder mal selbst übertroffen und nach dem schon großartigen 2006er-Fest eine derartig rauschende Nacht serviert, dass den angereisten Gästen Hören und Sehen verging. Eine Nacht, wie sie Radio noch nie erleben durfte.

Roger Cicero, Piet Klocke und Top-Act Kim Wilde – Entertainment vom wirklich Feinsten. Präsentiert von der bezaubernden, glänzend aufgelegten Barbara Schöneberger und ihrem Co-Moderator Hans-Peter Albrecht. Das Ganze vor wirklich illustrem Publikum. Wir kennen keine glamourösere Radio-Feier. Wobei daneben der familiäre Small-Talk nicht zu kurz kam.

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Hans-Peter Albrecht, Martin Grass (Grabarz & Partner), Christiane Niehaus (DEVK), Torsten Hennings (Studio Funk), Barbara Schönberger


Ein kleiner Auszug aus der Prominenten-Liste: Frank Dopheide (Grey), Carsten Heintzsch (BBDO), Dörte und Tobias Spengler-Ahrens (JvM/Frei), Stefan Kolle (Kolle Rebbe), Alexander Schill (Serviceplan), Norbert Herold (Heye & Partner), Ralf Heuel (Grabarz & Partner), Christian Daul (Y+R), Dickjan Poppema (BBDO), Peter-John Mahrenholz (FCB), Matthias Schmidt (Scholz & Friends), Bent Rosinski (JvM), Manfred Schüller (Publicis), aus den Kreativ-Chefetagen, natürlich die gesammelte Media-Creme-de-la-Creme und aus dem Berater-Fach kein geringerer als der Vortags in die 'Hall of Fame' aufgenommene Lothar Leonhardt (Ogilvy). Hubertus von Lobenstein (TBWA), Dr.Michael Trautmann (Kemper Trautmann), Susan Schronen (ADC) und natürlich die "Oberfunker" Klaus Funk (Studio Funk) und Matthias Lührsen (Hastings).

Schon im Vorfeld waren Karten extremste Mangelware, der Run auf die Karten 2008 setzt garantiert schon heute ein. Die Radio-Branche bedankt sich bei der RMS.

Jetzt aber zu den wirklich Wichtigen: Zu den Preisträgern. Im Folgenden die Jury-Begründung von "Sprachrohr und Mutter der Jury", dem Ramses-Jury-Vorsitzenden Hans-Peter Albrecht:

"In der Kategorie 'Junior' hätten wir gerne noch mutigere Arbeiten gesehen. Hier werden ja Nachwuchs-Spots bewertet. Spots aus den Texterworkshops, aber auch von der Miami Ad School oder der Hamburger Texterschmiede. Kein Gold, zweimal Silber, einmal Bronze. Mehr Verrücktes hätten wir gerne gehört.

Bronze geben wir Cultfish für eine Arbeit, die zwar auf bekannte Zutaten zurückgreift, (ein Telefonklingeln am Anfang - ist ja immer gut), aber handwerklich wirklich sauber gemacht ist.

Silber für die Avia-Tankstellen mit dem Spot "Überfall". Hier gefiel der Jury die pure Frechheit, mit der das Team an die Sache rangegangen ist. Frechheit soll ja eine Tugend der Jugend sein.

Ein weiterer silberner RAMSES geht an Uncle Ben's mit den Spots "Tür" und "Büro". Und noch mal: Frechheit siegt. Willkommen im Jahr des Schweins.

In der Kategorie 'Regional' gibt es einen sehr eindeutigen Sieger: "Modehaus Konen" (Serviceplan). So klar war es noch nie. Der Gewinner ist so deutlich vorne, dass es dahinter gleich mal gar kein Silber gibt und nur eine bescheidene Bronze, die obendrein aus der Welt der Werbung kommt.

Bronze hat die Jury vergeben, obwohl der Werbetreibende selbst in der Jury saß: Matthias Lührsen, Chef des Produktionshauses Hastings: "Scheiß Chef, guter Sound." (Das kommentieren wir nicht, die Red.)

In der Gold-Arbeit für das "Modehaus Konen" sieht die Jury ein Muster-Beispiel für die Kategorie Regional. Hier stimmen alle Zutaten. Der Kunde ist lokal, die Umsetzung hat Lokalkolorit, der Spot ist hochkreativ, überraschend und witzig.

Die Ergebnisse der Kategorie 'Fourty Seconds'. Eine Kategorie, welche die Kreativen reizen soll. Spots, die mindestens 40 Sekunden lang, aber nicht on Air gewesen sein müssen. 'Fourty Seconds' bietet also eine kreative Spielwiese. Es war in diesem Jahr aber mehr ein Schlachtfeld. Recht viele Kollegen kommen mit der ungewöhnlichen Freiheit nicht zurecht und überdehnen ihre Ideen, was diesen nicht hilft.

Gold gibt's keines. Aber dreimal Bronze, zweimal Silber. Und es ist alles dabei - von der trockenen, überzeugenden Produkt-Demo über einen Prominenten, einem überzeugenden lokalen Spot bis hin zu einer weiteren Demo, die ganz und gar nicht trocken, sondern richtig saftig ist. Titel: "Sexbombe".

Bronze bekommt der "Traumtyp" (Jung von Matt) mit einer Idee, welche die 40 Sekunden dramaturgisch geschickt nutzt, Spannung aufbaut und mit dem Produkt gipfelt: die Bild-Zeitung. Auch der zweite bronzene RAMSES geht an die Bild-Zeitung (Jung von Matt), diesmal mit der Kodderschnauze von Dieter Bohlen.

Den dritten bronzenen Ramses gewinnt Grabarz und Partner mit der Arbeit "Bandwurm". Ein Spot, der eigentlich eine knochentrockene Demo ist. Er zeigt, dass man auch völlig humorfrei Preise gewinnen kann. DSG von VW. Chapeau.

Silber geht an den schon prämierten Spot vom Modehaus Konen. Das zweite Silber an Pulmoll (Grey Worldwide). Diese Story zieht einen immer tiefer rein, bis schließlich die überraschende Wendung kommt. Sehr gut getextet, vor allem durch das Setzen von Schüsselwörtern "Büstenhalter" – "für mich" und sehr gut produziert. 

Die Kategorie 'National' stand dieses Jahr ein wenig unter dem Eindruck von vergesslichen Alten. Das betrifft nicht die Jury-Mitglieder (obwohl mit H.-P. Albrecht und Klaus Funk da so zwei Kandidaten wären), sondern zwei ausgezeichnete Arbeiten, die Vergesslichkeit zum Grundthema hatten. Eine exzellente Demonstration dafür, wie unterschiedlich kreative Agenturen eine identische Grundidee interpretieren können.

Den ersten nationalen Bronze-Ramses fährt audible (Grabarz & Partner) mit einem Spot ein, dessen superschnelle, sehr nachvollziehbare Geschichte den Produktvorteil rasant auf den Punkt bringt.

Die zweite Bronze-Serie gewinnen die vergnüglichen Spots der DEVK (Grabarz & Partner), eine herrliche Serie aus der überaus fruchtbaren Zusammenarbeit von Ralf "Cannes" Heuel und Torsten Hennings.

Bronze Nummer drei für eine Serie bei der etwas gesagt wird, in dem man etwas weglässt. Konsequenter Weise sogar beim Markennamen. Sehr mutig: E-Plus. (Jung von Matt)

Ein weiterer bronzener RAMSES geht an L'TUR (santamaria). Ein Spot, bei dem erstklassige Texte, die den Hörer sofort genauer hinhören lassen, mit Liebe zum Detail zum Leben erweckt wurden.

Silber erhält Doppelherz (Scholz & Friends) mit dem ersten Multiple-Choice-Spot, den es je im Radio gab. Da sag mal einer, es gäbe keine neuen Formate mehr.

Die Königskategorie gewinnt VW/DDB mit Studio Funk, Düsseldorf. Gold für die Serie für den Volkswagen Fox. Hier werden lange Geschichten superkurz erzählt. Hannibal, Romeo & Julia oder die Geschichte der Beatles in weniger als 30 Sekunden. Absolute Hinhörer, auch durch das ungehörte Cartoon-Format und die gute Produktion. Kurz und gut.

grandprix
"Ramses des Jahres 2007"
Wilfried Sorge (RMS), Timo Kockmeyer (Studio Funk), Dennis May (DDB), Barbara Schöneberger, Georgios Engels (DDB)

Bei einem derartig gelungenen 2007er Ramses-Jahrgang ist es denn auch kein Wunder, dass es die Krönung, einen Ramses des Jahres gibt. Einstimmig votiert die Jury für den VW-Fox. Eine Volkswagen-Serie, wahrhaft mit dem Zeug zum Klassiker. Gratulation."

Soweit Jury-Sprecher H.-P. Albrecht. Machen Sie sich selbst ein Bild:
Alle RAMSES Gewinner und die Credits hören und lesen hier.

Ein großes Jahr!


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